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Großstädte in Deutschland - Duisburg

Die Stadt Duisburg liegt im westlichen Ruhrgebiet, an der Mündung von Emscher und Ruhr in den Rhein, und hat 508.000 Einwohner. Sie gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf. Der Hafen mit seinem Zentrum im Stadtteil Ruhrort gilt als größter Binnenhafen Europas. Duisburg beheimatet eine Universität, die zum 1.1.2003 mit der Nachbaruniversität Essen zur Universität Duisburg-Essen fusioniert wurde. Die Stadt ist Mitglied im Kommunalverband Ruhrgebiet.

Duisburg ist die elftgrößte Stadt Deutschlands. Das bedeutende Zentrum der Stahlindustrie verfügt über die mit 230 Quadratkilometern größte Produktionsstätte weltweit. Zudem stehen sechs der sieben im Ruhrgebiet betriebenen Hochöfen in Duisburg, sodass der Standort 49% der gesamten Menge an Roheisen und 34,4% der Menge an Rohstahl in Deutschland erzeugt (Stand 2000).

Geschichte

Nachrömische Zeit

Intensive Ausgrabungen haben eine feste Besiedlung des hochwassergeschützten "Burgplatzes" bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert nachgewiesen. Der "Alte Markt" war seit dem 5. Jahrhundert der zentrale Handelsplatz der Stadt, die durch ihre Lage am Hellweg und an einer Rheinfurt ausgezeichnet war. Die Römer unterhielten hier eine regelmäßige Präsenz zur Sicherung des Rheinübergangs und der Ruhrmündung.

  • 420 Neubesiedlung der Duisburger Altstadt. Franken aus dem Inneren Germaniens übernehmen die Stellung der Römer
  • 883 Die Normannen erobern Duisburg und überwintern hier. Früheste schriftliche Erwähnung Duisburgs.

Mittelalter

Aufgrund seiner günstigen geografischen Lage wurde Duisburg zum Sitz einer Königspfalz und freie Reichsstadt. Durch die Verlagerung des Rheins von der Stadt weg (nach 1200) wurde die wirtschaftliche Entwicklung jedoch unterbrochen. Von der Kaufmannsstadt entwickelte sich Duisburg zur Ackerbürgerstadt. Das Wirken von Gerhard Mercator und die Gründung der Universität 1655 schufen die Anerkennung als "Gelehrtes Duisburg" ("Duisburgum Doctum").

  • 1120 Bau einer Stadtbefestigung
  • nach 1200 Der Rhein verlagert seinen Lauf von Duisburg weg
  • 1279 Stadt laut einer Urkunde von König Lothar III
  • 1445 Ein Überfall des Kölner Erzbischof kann abgewehrt werden
  • 1566 Vollendung des farbigen Stadtplans durch Johannes Corputius
  • 1666 Duisburg fällt mit dem Herzogturm Kleve an Brandenburg

Industrialisierung

Das Aufblühen von Tabak- und Textilmanufakturen im 18. Jahrhundert leitete eine Entwicklung ein, die mit der Industrialisierung zur "Montanstadt" führte. Große Industriewerke (Thyssen, Krupp, ...) bestimmten die Stadtentwicklung maßgeblich mit. Um die Werke entstanden ganze Stadtteile für die Arbeiter der einzelnen Betriebe.

  • 1824 Bau der Schwefelsäurefabrik des Fr. W. Curtius Beginn der Industrialisierung
  • 1828 Franz Haniel eröffnet in Ruhrort eine Werft für Dampfschiffe
  • 1846 Eröffnung der Eisenbahnlinie nach Düsseldorf
  • 1847 Eröffnung der Eisenbahnlinie über Dortmund nach Minden
  • 1873 Kreisfreie Stadt
  • 1904 Geburt des 100.000ten Einwohners Duisburgs (Ernst R. Straube)
  • 1905 Zusammenschluss mit Meiderich und Ruhrort
  • 1929 Zusammenschluss mit Hamborn zur Stadt Duisburg-Hamborn

Zweiter Weltkrieg

Als logistisches Zentrum des Ruhrgebietes und bedeutender Standort der Chemie- und Hüttenindustrie wird Duisburg bald zum primären Angriffziel alliierter Bomber. Dabei werden nicht nur die Industrianlagen, sondern auch gezielt die zivile Bevölkerung angegriffen. Die deutschen Verteidigungsbemühungen bleiben letztlich erfolglos und können die Zerstörung der Stadt nicht verhindern. Als Einflugschneise zum Ruhrgebiet erlebt Duisburg ab 1943 praktisch tägliche Luftalarme.

  • 1935 Umbenennung in Stadt Duisburg
  • 1938 im November zerstören Nationalsozialisten die jüdische Synagoge in der Junkerstraße.
  • 1941 u.a. am 12./13. Juni werfen britische Maschinen 445 t Bomben ab.
  • 1943 äscherten 577 britische Bomber am 12./13. Mai die gesamte Altstadt von Duisburg mit 1599 t Bomben ein und machten 96.000 Menschen obdachlos.
  • 1944 erleidet die Stadt die schwersten Schäden, als unter anderem am 22. Mai über 2000 t Bomben fallen, eine Menge, die am 14./15. Oktober noch verdoppelt wird, als 1005 Halifax, Lancaster und Mosquito-Bomber über Duisburg erscheinen. Es folgten zahlreiche weitere Großangriffe in ähnlicher Größenordnung.
  • 1945 kamen zu den Bombenschäden die Zerstörungen während des Endkampfes um die Stadt, die am Nordwestrand des Ruhrkessels lag und seit 3. April 1945 mit Artillerie beschossen wurde. Am 12. April 1945 marschieren Einheiten der 9. US-Armee in Duisburg ein.

Nachkriegszeit

Die 299 Bombenangriffe im 2. Weltkrieg zerstörten das alte Stadtbild nahezu vollkommen. 80% der Wohngebäude wurden zerstört oder stark beschädigt. In der Folge wurde praktisch die gesamte Stadt inklusive der Infrastruktur neu aufgebaut, wodurch die meisten historischen Merkmale verschwanden.

  • 1975 Zusammenschluss u. a. mit Walsum, Homberg und Rheinhausen
  • 1983 Stadtjubiläum - 1100 Jahre Duisburg.
  • 1999 wird das neue jüdische Gemeindezentrum mit Synagoge am Innenhafen eröffnet.

Persönlichkeiten

Gerhard Mercator ( 5. März 1512 in Rupelmonde, Flandern; † 2. Dezember 1594 in Duisburg). Im 16. Jahrhundert entwickelte Gerhard Mercator in Duisburg die nach ihm benannte Kartenprojektion.

Johannes Corputius, ( 1542 in Breda - † 1611 in Groningen) war der Autor des farbigen Corputius-Planes, der die Stadt Duisburg aus der Vogelperspektive zeigt.

Franz Haniel ( 20. November 1779 in Ruhrort; † 24. April 1868 in Duisburg). Gründete die spätere Gutehoffnungshütte, 1928 eine Dampfschiffswerft, förderte die den Kohlenbergbau mittels Tiefbauschacht 1833/34.

Christian Krafft ( 12. Dezember 1784 in Duisburg, † 15. Mai 1845 in Erlangen. Der Duisburger Theologe wurde zum Mitbegründer der Erlanger Schule.

August Thyssen ( 1842 in Eschweiler; † 2. Dezember 1926 auf Schloß Landsberg bei Essen-Kettwig). Gründete 1867 in Duisburg das Eisenwerk "Thyssen-Foussol & Co", später weitere Stahlwerke und dazugehörige Arbeitersiedlungen direkt an den produzierenden Zechen u. a. in Hamborn. Das Unternehmen ging 1997 in der ThyssenKrupp AG auf.

Wilhelm Lehmbruck ( 4. Januar 1881 in Meiderich; † 1919 in Berlin). Bildhauer, von den Nationalsozialismus als entartet verfolgt. Im Immanuel-Kant Park befindet sich seit 1964 das Wilhelm Lehmbruck Museum.

Wilhelm Tenhagen ( 1911 in Duisburg, † 1954), SPD-Politiker, MdB

Horst Schimanski ( 9. Oktober 1932 in Stettin [1] 1981 spielte Götz George in Duisburg erstmals den populären, aber auch umstrittenen Tatort-Kommissar Horst Schimanski, der noch heute als pensionierter Polizist etwa einmal in Jahr einen Einsatz hat.

Manfred Krug ( 8. Februar 1937 in Duisburg), Schauspieler und Sänger, hatte als Tatort-Kommissar zwar in Duisburg keine Einsätze, ist dafür aber dort geboren.

Freizeitgestaltung

Duisburg verfügt über eine breite Palette von Freizeiteinrichtungen. Zu nennen sind insbesondere der Sportpark Wedau mit Regattabahn, MSV Stadion, beleuchteter Nachtlaufstrecke, Wasserskibahn, Fußball- und Tennisplätzen.

Das Gelände eines ehemaligen Hüttenwerkes, einer Zeche und einer Kokerei wurde zu einem rund 200 ha großen Park neuen Typs entwickelt. Der Landschaftspark Duisburg-Nord mit dem erhaltenen Hochofenwerk bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie Klettern in alten Erzbunkern oder Tauchen im Gasometer. Der Duisburger Stadtwald, die Sechsseenplatte, sowie diverse weitere Seen und Parks bieten vielfältige Erholungsmöglichkeiten.

Eine reichhaltige Kneipenlandschaft findet sich rund um den Innenhafen und im Dellviertel. Aus kultureller Sicht sind das Stadttheater, Musicaltheater, Wilhelm Lehmbruck Museum, Kultur- und Stadthistorisches Museum (es beheimatet die Mercator-Sammlung), sowie Deutschlands erstes Kindermuseum zu nennen. Im Sommer gibt es regelmäßige Hafenrundfahrten durch Europas größten Binnenhafen.

Kultur

Duisburg bietet ein reichhaltiges Angebot an kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen. Ein Highlight im Duisburger Kulturjahr sind die alljährlich stattfindenden Duisburger Akzente [6], welche sich seit 1977 mit einem gesellschaftlich oder kulturpolitisch aktuellen Thema auseinandersetzen.

Daneben hat Duisburg aufgrund seines Alters, sowie seiner Geschichte als Hafen-, Handels- und Industriestadt auch in architektonischer Hinsicht für den interessierten Besucher einiges zu bieten. Die Bandbreite reicht hier von der um das Jahr 900 begonnenen Pfarrkirche St. Johann Baptist in Duisburg-Hamborn, bis zum Micro-Electronic-Centrum in Duisburg-Neudorf aus dem Jahr 1995. Beispielhaft seien hier außerdem der Landschaftspark Duisburg-Nord, das Wilhelm-Lehmbruck-Museum [7] (http://www.lehmbruckmuseum.de), der Technologiepark Duisburg [8], die Duisburger Königstraße ("Brunnenmeile") sowie der umstrukturierte Duisburger Innenhafen genannt.

Einrichtungen

Museen

  • Lehmbruckmuseum - Sammlung berühmter Skulpturen des 20. Jahrhunderts
  • Museum zur Stadtgeschichte von Duisburg
  • Museum rund um die Binnenschifffahrt
  • Museum Küppersmühle Sammlung Grothe
  • Kindermuseum Atlantis

Theater / Bühnen

  • Das Duisburger Stadttheater
  • Theater am Marientor
  • Comödie Duisburg

sonstige Einrichtungen

  • Filmforum Duisburg
  • Kulturzentrale Hundertmeister

Verkehr

Duisburger Hafen

Der Duisburger Hafen "duisport" [9] ist nicht nur der größte europäische Binnenhafen, sondern auch offiziell Seehafen. Mit flussgängigen Seeschiffen werden von hier im Linienverkehr Häfen in Europa, Afrika und im vorderen Orient bedient. Die verschiedenen Hafenbecken liegen teilweise am Rhein, überwiegend jedoch an der Ruhrmündung im Stadtteil Ruhrort.

Jährlich werden rund 40 Mio. Tonnen Güter aller Art umgeschlagen. Über 20.000 Schiffe laufen jährlich den Hafen an. Kernstück sind die öffentlichen Hafenanlagen mit einer Ausdehnung von 740 Hektar, 21 Hafenbecken von über 180 ha ergeben eine Uferlänge von 40km. Dazu kommt noch das Logport Logistic Center Duisburg mit 265 ha Fläche. Etliche Unternehmen verfügen darüber hinaus über private Hafenanlagen, so dass der Gesamtumschlag bei 70 Mio. Tonnen liegt.

Öffentliche Verkehrsmittel

Duisburg gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr an und verfügt über den ICE-Fernbahnhof Hauptbahnhof, 10 Regionalbahnhöfe, sowie vier S-Bahn-Stationen. Desweiteren verfügt die Stadt über eine U-Bahn-Linie und ein dichtes Netz an Straßenbahn- und Bus-Linien.

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